
Hervorragend zur Examensvorbereitung - Dies ist für alle Examenskandidaten, die sich mehr als nur oberflächlich vorbereiten wollen, genau das richtige Buch. Fast immer die aktuell relevaten Probleme herausgearbeitet und mit einer modernen Lösung, die mit den Normen des SMG konform geht, versehen. Klare, im Grundsatz klausurmäßige, Lösung der Fälle. Auch eher unbekannte Vertragstypen werden mit der nötigen Tiefe en passant angesprochen. Dennoch: Die Probleme werden nicht einfach abgehandelt, sondern eingeführt und die Integration der Probleme in den Sachverhalt hervorragend begründet. Allerdings: Wahrlich kein leichtes Buch. Es stellt in der Tiefe der Problembearbeitung manch ein Lehrbuch, wie Medicus oder Brox/Walker in den Schatten. Es ist ein Buch zum konzentrierten Durcharbeiten. Man muss ggf. auch nochmal woanders nachlesen, wenn man etwas nicht sofort verstanden hat, dann aber ist es ein hervorragendes Lernbuch für die Examensvorbereitung.
Licht und Schatten - Fritzsches Fälle zum Schuldrecht I sind aus dem Buch von Köhler/Fritzsche, Fälle zum neuen Schuldrecht hervorgegangen. Das Buch ist erweitert worden und enthält inzwischen über 30 Schuldrechtsfälle, die sich mit dem Leistungsstörungsrecht und den vertraglichen Schuldverhältnissen beschäftigen. Einige, wenn auch nicht alle der Fehler, die im schnell getrickten Köhler/Fritzsche enthalten waren, sind getilgt. Trotzdem muss der Leser noch aufpassen und mitdenken. Aber es gibt eben kaum Fallbücher ohne Fehler. Problematisch an dem Buch sind vor allem aber zwei weitere Punkte, die zu ber Bewertung mit drei Punkten führen: Erstens ist das Buch mit über 400 Seiten sehr lang. Welcher Student soll diese Masse bewältigen? Und zweitens: Es ist ganz unklar, wer eigentlich die Zielgruppe des Buches sein soll. In der Werbeanzeige ist von Anfängern, Examenskandidaten und Rechtsreferendaren die Rede. Also jeder. Und damit keiner. Denn für Anfänger im Schuldrecht sind die Fälle viel zu schwer und kaum zu bewältigen. Ein Examenskandidat wird das Buch hingegen gut brauchen können, aber nur dann, wenn er kein gewerbliches Repetitorium besucht. Ansonsten wird er im Schuldrecht vom Repetitor versorgt. Und Referendare sollten besser auf typische Referendarklausuren zurückgreifen. Fazit: Ein Buch, das für fortgeschrittene Studenten im Zivilrecht durchaus empfehlenswert ist. Vor allem, wenn sie sich privat auf das Examen vorbereiten. Für Anfänger scheint mir der Schwab/Löhnig geeigneter.